Über leere Taschen und leere Mägen

Wir wollen die Stimmung der ukrainischen Linken zum Krieg in der Ukraine hörbar machen. Deshalb haben wir uns entschieden, Texte der ukrainischen Gruppe RFU Media zur aktuellen Lage ins Deutsche zu übersetzen. Wir haben nicht den Anspruch, dass die Texte immer zu 100% unsere Meinung wiedergeben, aber finden es wichtig, dass diese Positionen im Diskurs der radikalen Linken in Deutschland Gehör finden.

Übersetzt aus dem Russischen | _rfu_media_
Link: https://www.instagram.com/_rfu_media_/

Über leere Taschen und leere Mägen
Der Krieg hat bereits viele Betriebe zum Erliegen gebracht, und Tausende von Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Viele stehen ohne Lohn da und haben keine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Oft wird gesagt, dass die Löhne nach dem Krieg bezahlt werden.
Wir haben dazu zwei Fragen. Erstens: Wann wird der Krieg zu Ende sein? „Nach dem Krieg“ ist vielleicht noch lange hin. Zweitens: Wie können wir ohne Geld bis „nach dem Krieg“ überleben?
Aber manchmal werden nicht einmal solche Versprechungen gemacht. Es ist kein Geheimnis, dass Arbeiter:innen in der Ukraine manchmal inoffizielle Jobs annehmen müssen. Und wenn Sie inoffiziell angestellt sind, hat Ihr Arbeitgeber die Möglichkeit, Sie überhaupt nicht zu bezahlen. Die Tatsache, dass Sie vielleicht nichts haben, um Ihre Kinder zu ernähren, stört niemanden.
Natürlich können die Gehälter manchmal sogar im Voraus gezahlt werden, aber es gibt einen Haken. Sie können Ihr Geld auf einer Karte erhalten, aber wie Sie es abheben, ist heutzutage eine komplizierte Frage.
Vergesst nicht, dass die Preise für Güter in die Höhe geschossen sind und die Löhne voraussichtlich nicht steigen werden. Selbst wenn Sie das Glück haben, Ihr ehrlich verdientes Geld zu bekommen, gibt es keine Garantie, dass Sie genug zum Leben haben werden. Ein bisschen was zu Spekulationen. Die Spekulation in Kriegszeiten ist ein natürliches Übel des kapitalistischen Systems. Unternehmer:innen fürchten Verluste wie Feuer. Zu ihrem eigenen Vorteil sind sie bereit, jeden Preis für ein Produkt zu nehmen, welches ein verzweifeltes Volk kaufen muss, weil es einfach keine Alternative gibt. Und natürlich haben wir einen freien Markt. Die Regierung kontrolliert nicht die Preise der Waren, was zeigt, wessen Interessen unsere Regierung wirklich vertritt.
Es ist offensichtlich, dass der Krieg in direktem Widerspruch zu den Interessen der Arbeiterklasse steht. Solange der Kapitalismus existiert, wird es zwangsläufig und gesetzmäßig zu Kriegen kommen. Es gibt nur einen wirklichen Weg, um den Frieden für künftige Generationen zu sichern: die eigentliche Ursache dieses und Hunderter anderer Kriege zu besiegen; eine neue Stufe in der Entwicklung der Gesellschaft zu erreichen.

Schluss mit ihren Kriegen!

Kundgebung gegen den Krieg in der Ukraine
Freitag 04.03.2022 | 17 Uhr | Odeonsplatz
Die russische Regierung hat letzte Woche am Donnerstagmorgen einen imperialistischen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Einen Krieg, für den es keine Rechtfertigung gibt und der nur den imperialistischen Interessen der russischen Regierung dient. Wir als linke Kräfte aus Deutschland solidarisieren uns mit der Bevölkerung auf beiden Seiten, welche unter diesem Krieg leiden, insbesondere auch bei den Tausenden Russ:innen, die trotz der Repression gegen den Krieg auf die Straße gehen.
Wir stellen uns nicht auf die Seite der NATO, welche seit Jahren versucht, die Ukraine in ihre Einflusssphäre zu drängen und damit den Konflikt befeuert hat. Vor allem aber stellen wir uns gegen die Bundesregierung, die nun 100 Milliarden Euro extra in Aufrüstung stecken will. Wir widersetzen uns den imperialistischen Kriegstreiber:innen auf beiden Seiten.
Kommt deshalb am Freitag, den 04.03.2022, um 17 Uhr auf den Odeonsplatz!
Wir fordern den Rückzug aller russischen Truppen.
Kein Cent für Aufrüstung und Krieg.
Weder Putin noch die NATO.
Die Waffen nieder!
Hoch die Internationale Solidarität!

Vorfeldaktion gegen die SIKO

Vorfeldaktion gegen die SIKO
12.02.2022 | 15Uhr | Romanlatz (Tram)
Zur Vorbereitung auf die Sicherheitskonferenz Mitte Februar, möchten wir euch herzlich zu einer ANTIMILITARISTISCHEN STADTTOUR einladen. Wir treffen uns am 12.02.2022 um 15 Uhr am Romanplatz. Wenn möglich kommt mit Öffentlichen Verkehrsmitteln.
Anschließend gibt Essen und Glühwein im Barrio Olga Benario.
Am selben Abend ist auch um 19 Uhr unser Mobi-Vortrag zur Demonstration gegen die Sicherheitskonferenz im Barrio Olga Benario.

Alle weiteren Termine und Aktionen aus andern Städten zur SIKO seht ihr hier: